Schiesskino-Online. Fragen & Antworten

Häufig gestellte Fragen – der Realitätsbezug

Wie hoch ist die Genauigkeit und wie realistisch ist die Simulation...

Es hängt bei einem Laserschießkino von sehr vielen Faktoren ab, welche Genauigkeit damit erzielt werden kann. Zwar darf man von einer Zusammenstellung von Komponenten aus dem Billigsektor keine extrem hohe Präzision erwarten - das soll aber ganz und gar nicht bedeuten, dass man damit keine realistische und brauchbare Lösung erzielen kann.

Es kommt auch hier in erster Linie darauf an, was damit eigentlich erreichen werden soll. Wir sind allesamt Jäger und Schützen und haben diese Anlagen für das Trainieren des Bewegungsschießens entwickelt und sie dabei so konzipiert, dass ein möglicht hoher Bezug zur Praxis geschaffen werden konnte. Es ist etwas "aus der Praxis für die Praxis", wie Du sehr schnell erkennen wirst.

Bewegungsschießen kommt natürlich meist im jagdlichen Bereich vor - ebenso aber auch bei der Polizei und den Sicherheitsdiensten. Exakt darauf haben wir den Fokus bei der Entwicklung gelegt und wer die typischen Problematiken beim Schießen auf bewegte Ziele aus der Praxis kennt, der wird die gleichen Bedingungen und Schwierigkeiten hier rasch wieder finden.... und damit eine optimale und realistische Trainingsmöglichkeit erhalten.

Die Genauigkeit, mir der man ein Schießen per Laser nun simulieren und messen kann, hängt in erster Linie von folgenden Faktoren und Komponenten ab:

Auflösung der Kamera

Als Erstes fällt einem natürlich die Auflösung der Treffererkennungskamera ein und man wird denken "je höher, desto besser". Das ist zwar vom Ansatz her nicht unbedingt falsch - aber der gesamte Sachverhalt ist leider doch etwas komplexer. Eine hohe Auflösung der Kamera bedingt automatisch eine Erhöhung der benötigten Rechenkapazität der Auswerterechner und damit auch eine Verlangsamung der Auswerte- und Erfassungsfrequenz.

Wir haben uns deshalb ganz bewusst für zwei unterschiedliche Lösungen entschieden. Als "Einstiegsmodel" bekommst Du bei uns die Kamera IR-170-S mit einer Auflösung von 640x480 Pixeln, um die Software auch auf älteren oder schwachen Systemen lauffähig zu machen. 640 Pixel in der Bildbreite bedeuten, dass wir eine maximale Auflösung von "Bildbreite geteilt durch 640" erhalten. Bei einer Leinwandbreite von 4m wären das also im Idealfall 6,25mm. Da die Kamera niemals so ganz exakt auf die gesamte Leinwandfläche ausrichtet werden kann, wird der Wert in der Realität inn dieser wohl eher bei 8-10mm liegen - wir können also eine reelle Auflösung von +/- 1cm erwarten.

Für alle, die es etwas genauer haben möchten, bietet sich die IR-920-HD mit einer Auflösung von 1920x1080 Pixel an. Bei einer Leinwandbreite von 4m bekommen wir somit eine Idealauflösung von 2mm. Im Realfall wird es aber um die 2,5mm liegen.

Abbildung des Laserpunktes

Es gibt Laser in den unterschiedlichsten Qualitäts- und Preisklassen. Der Preisunterschied liegt hier in erster Linie bei der Güte und Präzision der fokussierenden Optik und nicht etwa in der Leistung oder der Wellenlänge.

Es gibt Laser, die noch in vielen km Entfernung einen exakt gebündelten Strahl von hoher Präzision erzeugen und einen extrem scharf fokussierten Punkt darstellen können - uns es gibt solche, wie wir sie verwenden ... aus dem täglichen Bedarf und damit auch bezahlbar! Der Nachteil dieser Billigvarianten liegt eindeutig in der schlechten Fokussierung des Laserpunktes - der sieht auf der Leinwand eher einer zermatschten Weintraube ähnlich, als einem exakten Laserpunkt.

Da die Charakteristik dieses "Pixelhaufens" sich aber nicht ändert, registriert die Software diese und wird aus dem Haufen von Pixeln immer das gleiche Muster und damit auch die immer die richtige Position erkennen. Die nicht exakte Fokussierung des Lasers ist also nur optisch etwas unschön und hat auf die Genauigkeit des Messverfahrens keinen so großen Einfluss.

Montage des Lasers an der Waffe

Dieser Punkt dürfte in Verbindung mit der Bewegung der Waffe mit Abstand der am meisten relevante Faktor in der Genauigkeitsanalyse sein. Da wir möglichst realistisch trainieren wollen, werden wir den Schuß auch mit unserer Waffe mittels des Abzugs, einer Pufferpatrone und des Impulsmoduls auslösen wollen. Damit erzeugen wir einen Impuls, der sich durch die gesamte Waffe hindurch zieht und natürlich auch auf die Montage des Lasers Einfluss hat. Dieser wird eine kleine Schwingung vollführen und das dabei entstehende Muster auch an die Projektionsfläche übertragen. Dazu kommt dann noch die Bewegung der Waffe, die ja beim Bewegungsschießen auch erwünscht ist ... aber wir erhalten dadurch einen "Wischeffekt" auf der Leinwand, der aber die Nähe zur Realität noch steigert - wie man aus der Praxis weiss, hat die Bewegung der Waffe den allergrößten Einfluss auf das Trefferergebnis - wenn man nach dem Abdrücken beim Skeet mit dem Lauf "stehen bleibt", werden man bestenfalls auch nur Zufallstreffer erzielen...

Fazit

Beachtet man diese Gegebenheiten, so sieht man sehr schnell, dass man eine Genauigkeitsvorhersage absolut nicht machen kann. Wenn der Laser nicht korrekt und möglichst schwingungsfrei an der Waffe befestigt wird, so werden man immer Probleme haben - wenn man die Anlage nicht sorgfältig und genau einrichtet, werden wir ebenfalls niemals eine genaue Messung erhalten.

Aber Du kannst davon ausgehen, dass Du bei einer 4m Leinwand so ca. 1cm an Genauigkeit erreichen wirst. Was bedeutet diese Ungenauigkeit in der Praxis nun? Bei einem Sportschützen sträuben sich wohl alle Haare und der wird sich wahrscheinlich mit Grausen abwenden - aber für einen Jäger spielt das keine Rolle. Wenn man sich das Verhältnis von Zielgröße und Schussposition einmal ansieht, so sehen wir sehr schnell, dass es der Sau herzlich egal sein kann, wenn man sie umgerechnet 5cm weiter hinten oder vorne trifft - und solltest Du auf Ziele schießen wollen, die nur ca 2cm groß auf der Leinwand abgebildet werden, dann macht die Ungenauigkeit dieser Anlage natürlich eine Menge aus - aber die Frage stellt sich doch, ob es sinnvoll ist, überhaupt auf so kleine und dann womöglich noch bewegte Ziele zu schießen ... oder besser gesagt, sie stellt sich nicht!

Analoges gilt beim Skeet und Trap - es spielt auch hier einfach keine Rolle, ob Du an der reellen Taubenposition mit Deiner Schrotgarbe nun 2cm drüber oder drunter warst - das gleichen in der Praxis eher ganz andere Fehler aus; denn wenn Du Deine Waffe auch nur ein kleines bisschen verkanntest oder klemmst, wird der Einfluss auf das Ergebnis wesentlich höher sein, als die Ungenauigkeit bei der Simulation.

Für Sportschützen oder andere Genauigkeitsapostel wird diese Anlage in der Standardausstattung also wohl nicht so sehr interessant sein - für die Leute, die aber das Schießen auf bewegte Ziele üben möchten, reicht die Auflösung in der IR-170-S allemal aus. Aber auch die Sportschützen werden in der Regel mit den HD-Kameras IF-920-HD sehr realistische und brauchbare Ergebnisse erzielen - eine gewisse Sorgfalt beim Aufbau und Einrichten der Software ist dann allerding unbedingt einzuhalten.

Wollten wir auf den Millimeter genaue Ergebnisse oder gar noch besser erzielen wollen, so bräuchten wir:

  • hochauflösende Hochgeschwindigkeitskameras ( Annulierung des Wischeffektes )
  • sehr leistungsfähige Rechner ( hohe Auflösungsmatrix = lange Rechenzeit )
  • fest eingebaute Laser und damit unbrauchbare Waffen ( verbotene Zieleinrichtung ... )
  • Das alles kann man kaufen - aber damit liegen wir weit weg von dem Preisniveau, in dem wir hier mitspielen ...

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